LESEN ERÖFFNET UNS DIE WELT.
UND UNSEREN KINDERN EINE GUTE ZUKUNFT.
DAFÜR MACHEN WIR UNS STARK!

Initiative

Lesen ist die Grundlage von Bildung, Eigenständigkeit und Miteinander. Damit alle Kinder und Jugendliche in Deutschland gut lesen können, haben die Stiftung Lesen und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gemeinsam mit derzeit rund 150 Partnern den Nationalen Lesepakt initiiert.

Initiatoren

MOTIVATION UND ZIELE

Jeder und jede kann lesen? Weit gefehlt. Nationale und internationale Bildungsstudien zeigen deutlich und wiederkehrend: Vielen Kindern und Jugendlichen fällt das Lesen schwer. Am Ende der vierten Klasse können fast 20 Prozent der Grundschulkinder zwar einzelne Wörter, nicht jedoch längere Sätze oder gar Texte verstehen. Die Folgen bekommen sie als Jugendliche im weiterführenden Unterricht und bei ihrer Berufswahl zu spüren. Sie verlieren den Anschluss und verlassen die Schule häufig ohne oder nur mit einem ungenügenden Abschlusszeugnis. Mehr noch: Die Auswirkungen reichen weit über das eigene Leben dieser jungen Menschen hinaus. Werden sie Eltern, so geben sie ihre Leseschwierigkeiten oft an die nächste Generation weiter.

Wir müssen handeln

Es ist dringend nötig, etwas zu tun: Mit dem Nationalen Lesepakt initiieren die Stiftung Lesen und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels einen politischen und gesellschaftlichen Aufbruch. Gemeinsam mit über 150 Partnern möchten wir die Leseförderung in Deutschland nachhaltig verbessern und allen Kindern und Jugendlichen das Lesenlernen ermöglichen. Denn Lesen ist die Grundlage von Bildung, Eigenständigkeit und Miteinander. Es ist Voraussetzung für Mitbestimmung und Meinungsbildung und damit entscheidend für das Gelingen einer lebendigen Demokratie.

Starke Allianz fürs Lesen

Damit alle Kinder und Jugendliche lesen lernen, brauchen wir ein breites Bündnis. Wir möchten etablierte Netzwerke und Leseförderungsinitiativen festigen, neue Partnerschaften gründen sowie Menschen und Institutionen aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammenbringen. Dazu gehören nicht nur Eltern, Kita- und Lehrkräfte, Bibliothekar*innen und Buchhändler*innen, die Kinder und Jugendliche ohnehin beim Lesenlernen begleiten. Vielmehr beteiligen sich auch die Bundes- und Landespolitik, Kommunen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, Unternehmen, Medienhäuser, Verlage, Stiftungen, Kirchen, Sozialpartner, Gewerkschaften und Ehrenamtliche. Gemeinsam mit allen entwickeln wir eine Strategie, um unser Ziel Wirklichkeit werden zu lassen: dass alle Kinder in Deutschland lesen können.

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Das wollen wir erreichen

Alle Kinder und Jugendlichen
können lesen.

So meistern sie die Schule, schöpfen ihr Bildungspotenzial aus und können ihren Beruf frei wählen.

Alle Menschen verstehen, wie wichtig Lesen für das alltägliche Leben ist.
Und alle engagieren sich, um Kinder und Jugendliche beim Lesen lernen zu unterstützen.

Es entstehen immer mehr gute Angebote, die das Lesenlernen erleichtern.
Mit ihnen können wir all jene unterstützen, die die Lesebiografien von Kindern und Jugendlichen gestalten.

SchirmherrinANJA KARLICZEK

Bundesministerin für Bildung und Forschung

„Lesen ist Reisen – nur in Gedanken. Und weil Reisen bildet, soll es jeder können. Aus Liebe zu unseren Kindern.“

Grußwort der Schirmherrin

Lesen ist etwas Wunderbares. Es eröffnet uns neue Welten. Es macht große Freude. Lesen ist vor allem aber auch die Voraussetzung dafür, dass wir unseren Lebensweg erfolgreich gehen können. Es gehört zu den Schlüsselkompetenzen, gerade in einer digitalen Welt. Damit können wir im Alltag und im Beruf bestehen. Und damit können wir dazu beitragen, unser Land voranzubringen und unseren Wohlstand zu bewahren. Unsere Demokratie braucht lesende und lernende Menschen. Wer Lesen und Schreiben kann, muss nicht glauben, was ihm andere sagen.

Darum fördert die Bundesregierung das Lesen schon seit langem intensiv: Etwa, indem wir das Vorlesen in den Familien unterstützen. Oder indem wir die Sprach- und Lesefähigkeiten von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu verbessern helfen. Wir unterstützen Projekte, die die digitale Medien- und Informationskompetenz fördern. Und wir helfen, pädagogisches Personal weiterzubilden. Nicht zuletzt unterstützen wir die Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener, die in ihrer Kindheit und Jugend nicht ausreichend Lesen gelernt haben. Dazu kommen Forschungsprojekte zum Lernen in allen Lebens- und Leselernaltern.

Denn wir wissen: Lesen bildet. Es ist darum unser Ziel, die Lesekompetenz überall in unserem Land zu verbessern, von Anfang an und in allen Lebenslagen. Wir wollen allen Kindern und Jugendlichen ermöglichen, gut zu lesen und zu schreiben, gerade auch solchen, die in lesefernen Umgebungen aufwachsen. Und wir wollen auch diejenigen erreichen, deren Bildungsbiographie unterbrochen wurde oder die eine Einschränkung oder Behinderung haben. Lesen begleitet uns ein Leben lang. Deutschland ist das Land der Innovationen. Deutschland muss auch das Land des guten Lesens sein.

Die Aufgabe ist groß. Sie verpflichtet uns alle. Die ganze Gesellschaft ist gefragt. Gerne übernehme ich daher die Schirmherrschaft über den Nationalen Lesepakt.

 

Anja Karliczek

Mitglied des Deutschen Bundestages

Bundesministerin für Bildung und Forschung

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Unsere Partner

Bitte klicken Sie auf die Logos, um die Statements unserer Partner zu lesen.

Regionale und lokale Partnerinitiativen

 

Anders lesen und lernen e.V.

Der Verein propagiert den Einsatz von Hörlehrbüchern für Blinde, Legastheniker, Analphabeten und ähnlich Hilfsbedürftige, gegebenenfalls stellt er gewünschte Hörlehrbücher auch her und Betroffenen zur Verfügung.

www.anderslesenundlernen.de

 

AOB e.V.

In den Kursen des AOB wird deutlich, dass Lesekenntnisse grundlegend für die Teilhabe an vielen Lebensbereichen und demokratischen Prozessen sind. Die Stärkung der Lesekompetenz ist auch immer eine Stärkung der Persönlichkeit. Darum unterstützen wir den Nationalen Lesepakt.

www.aobberlin.de

 

AWO Landesverband Brandenburg e. V.

Lesen beflügelt die Phantasie, lässt junge Menschen träumen, kreativ oder nachdenklich werden. Damit diese Erfahrungen allen zuteilwerden, vermitteln wir in unseren Angeboten den Spaß am Lesen und fördern die Lesefertigkeit.

www.awo-brandenburg.de

 

DIE FRANKFURTER LESEPATEN

Lesen macht stark! Helfen Sie als Lesepate Grundschülern beim Lesenlernen. DIE FRANKFURTER LESEPATEN: Seit 2015 ein Projekt der Frankfurter Bürgerstiftung. Eine Win-Win-Situation im Ehrenamt!

https://die-frankfurter-lesepaten.de

 

Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung

Als regional tätige Bildungsstiftung ist die Leseförderung für uns elementarer Stützpfeiler einer jeden Bildungsbiografie: Lesekompetenz lässt uns sicherer durchs Leben gehen, Leselust kann uns sogar beflügeln.

www.bohnenkamp-stiftung.de

 

GAG Immobilien AG

Als GAG Immobilien AG helfen wir das Thema Leseförderung stärker ins Bewusstsein zu rücken und unterstützen bspw. den Aufbau von Leseclubs, den Vorlesetag sowie Angebote in unseren Quartieren.

https://www.gag-koeln.de/wir-fur-koln/engagiert-hilfreich/abteilung_sozialmanagement/

 

HopeLit

Auf der ehrenamtlich geführten Plattform HopeLit stellen Kreative aus der Buchbranche Bilderbücher rund um Corona und mehr kostenlos zur Verfügung. Die ersten Übersetzungen in andere Sprachen sind in Arbeit.

www.hopelit.de

 

Kinderstiftung Lesen bildet

Gemeinsame für Bildung durch Leselust, dafür setzen wir uns als regionale Stiftung mit einem großen Netzwerk an Partnern für die Kinder im Rhein-Kreis Neuss und in der Landeshauptstadt Düsseldorf ein.

www.kinderstiftung-lesen-bildet.de

 

Landeshauptstadt Wiesbaden

Das Netzwerk Leseförderung der Landeshauptstadt Wiesbaden vernetzt und bietet einen Überblick über die verschiedenen Angebote zur Leseförderung für junge Menschen in Wiesbaden und unterstützt ehrenamtliches Engagement.

www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/bildung/schulen/netzwerk-lesefoerderung.php

 

Leseleo e. V.

Verein für frühkindliche Sprachbildung und langfristige, individuelle Leseförderung für Kinder mit sprachlicher Benachteiligung. Wir bilden Lesepaten aus und stellen Bildungsmaterialien zur Verfügung.

www.leseleo.de

 

Stadtbücherei Baunatal

Die Stadtbücherei Baunatal ist eine moderne, attraktive Bücherei im Zentrum der Stadt und offen für alle. Ob digital oder analog – Lesen geht hier immer. Für ihr Leseförderkonzept wurde die Stadtbücherei Baunatal mit dem Hessischen Bibliothekspreis 2021 ausgezeichnet.

www.stadtbücherei-baunatal.de

 

theater en miniature

Lebendige Leseförderung mit Puppen: Ellen Heese liest, erzählt und improvisiert mit ihren Puppen ein Märchen oder eine literarische Geschichte und bespricht sie dann mit ihren Zuschauern – live im Internet.

www.seminarhaus-szenario.de

 

 

 

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Projekte

Wie können wir Kinder und Jugendliche fürs Lesen begeistern? Welche Geschichten machen neugierig? Und gibt es passende Angebote für jedes Alter? Wie erfolgreiche Leseförderung aussieht, zeigen unsere Projekte und die unserer Partner!

Ein Buchgeschenk für 1 Million Schulkinder zum Welttag des Buches

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Jeder achte Erwachsene in Deutschland kann zwar Buchstaben, Wörter und einzelne Sätze lesen und schreiben, hat jedoch Mühe, einen längeren…

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“Lesen macht schön, Vorlesen macht schöner“: Vorlesefriseur Danny Beuerbach begeistert Kinder beim Haareschneiden fürs Lesen – einfach, effektiv und…

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Wir Bücherpiraten sind der Überzeugung, dass Menschen Geschichten brauchen. Doch Geschichten brauchen Zeit und Raum: Zum Entstehen und Zuhören. Diese…

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Wer liest, lernt verstehen. Wer versteht, kann Fragen stellen. Wer Fragen stellt, kann Dinge verändern.

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Deutschlands größtes Vorlesefest!

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Digitaler Vorleseservice: Kostenfreie Geschichten für Kinder ab 3, 5 und 7 Jahren.

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Eine gemeinsame Auszeichnung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und des Deutschen Bibliotheksverbands für Kindergärten und Kindertagesstätten…

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Digitale Leseplattform des Cornelsen Verlags für Grundschulen

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Ein Buchgeschenk für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren.

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Die Lesetüte möchte bereits bei Schulanfängern die Lust am Lesen wecken und die Eltern auf die Bedeutung des Lesens und Vorlesens aufmerksam machen.

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Ein Projekt der TU Dortmund

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Vom Klassenentscheid bis zum Bundesfinale. Jedes Jahr 600.000 Schüler*innen und 7.000 Schulsieger*innen. Alle Schülerinnen und Schüler der sechsten…

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Die Verlage Arena und Westermann Bildungsmedien setzten eine bundesweite digitale Leseförderungskampagne um. Die zwei Einheiten richten sich an…

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Nationaler Lese-Summit

Den Auftakt zum Nationalen Lesepakt bildete der Nationale Lese-Summit am 3. März 2021. Gemeinsam mit Thomas Rachel, Parlamentarischem Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, haben wir uns mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft sowie Schülerinnen und Schülern ausgetauscht. In digitalen Gesprächsformaten haben wir über die Grundidee des Lesepakts und die nötige Unterstützung aus allen Teilen der Gesellschaft diskutiert. Unser Ziel ist es, das Engagement für das Lesen zu stärken: mit neuen Ideen, passenden Angeboten und einer bundesweiten Kampagne.

Die Highlights des Summits finden Sie nachfolgend. 

Der gesamte Summit sowie Clips einzelner Programmpunkte sind abrufbar unter: https://nationaler-lesepakt.de/summit-clips

 

Programm

Moderation: Marietta Slomka

Gesprächsrunde I:  „Nationaler Lesepakt – politische und zivilgesellschaftliche Perspektiven“
Mit: Thomas Rachel (Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung), Britta Ernst (Bildungsministerin des Landes Brandenburg und KMK-Präsidentin 2021), Dr. Jörg F. Maas (Stiftung Lesen), Karin Schmidt-Friderichs (Börsenverein), Dario Schramm (Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz)

Gesprächsrunde II: „Nationaler Lesepakt – Input aus Forschung, Lehre und internationaler Kenntnis“
Mit: Prof. Dr. Naika Foroutan (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung), Prof. Dr. Eckhardt Fuchs (Georg-Eckert-Institut Braunschweig), Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ingrid Gogolin (Universität Hamburg), Prof. Dr. Arthur Jacobs (Freie Universität Berlin), Dr. Frank Mentrup (Deutscher Bibliotheksverband), Prof. Dr. Petra Stanat (Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen Berlin)

Präsentation von Erfolgsgeschichten und Beispielen guter Praxis
Mit: Manuela Hantschel (Bundesverband Leseförderung e. V.),  Prof. Dr. Simone C. Ehmig Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen), Margret Schaaf (MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverband e. V.) und Dr. Thomas Ogilvie (Deutsche Post DHL)

Präsentation der Kampagnenmotive des Nationalen Lesepakts
Mit: Dr. Jörg F. Maas (Stiftung Lesen) und Karin Schmidt-Friderichs (Börsenverein des Deutschen Buchhandels)

 

 

Mitmachen

Wir laden alle Menschen und Institutionen ein, Kinder und Jugendliche beim Lesen zu unterstützen. Klassiker wie Vorlesestunden, Lesewettbewerbe und Geschichtenrätsel sind ebenso gefragt wie ungewöhnliche Ideen – mit allen Medien und auf allen Kanälen!

Wie engagiere ich mich?

Lesen und Vorlesen sind wahre Superkräfte: Kinder, die lesen können, sind häufig wortgewandt, konzentriert, neuen Inhalten gegenüber aufgeschlossen, empathisch und fantasievoll. Sie haben bessere Noten – nicht nur in Deutsch, sondern auch in Mathe, Sachkunde, Kunst und Musik. Und sie können sich Wissen leichter aneignen und sich so Schritt für Schritt eigene Meinungen bilden. Aktuelle Studien zeigen: Kinder und Jugendliche können ihr Bildungspotenzial nur dann ausschöpfen, wenn ihnen regelmäßig vorgelesen wird und sie beim Lesenlernen begleitet werden. Leseförderung ist somit nicht nur Voraussetzung für die persönliche Entwicklung jeder und jedes Einzelnen, sondern auch unabdingbar für das Gelingen unserer Gesellschaft.

Mit dem Nationalen Lesepakt wollen wir die Basis für eine noch bessere Leseförderung schaffen. Alle Menschen und Institutionen, die sich engagieren möchten, sind willkommen unsere Partnerallianz zu unterstützen. Kooperationen mit Verbänden, Unternehmen, Stiftungen und der Politik sind ebenso gefragt wie Ideen aus dem Buchhandel und Bibliotheken, Kita- und Schulprojekte und ehrenamtliche Vorleseinitiativen. Denn nur gemeinsam mit Ihnen allen werden wir unser großes Ziel erreichen: Dass alle Kinder und Jugendlichen lesen können.

Dr. Jörg F. Maas
Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen


Karin Schmidt-Friderichs
Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Bei Interesse oder Fragen wenden Sie sich bitte an:

Stiftung Lesen
Thomas Kleinebrink
Senior Manager Politische Kommunikation
Tel.: 06131 / 288 90 17
E-Mail: thomas.kleinebrink(at)stiftunglesen.de

 

Presse

Leseförderung braucht Öffentlichkeit. Damit Sie über den Nationalen Lesepakt berichten können, stellen wir Ihnen unsere Meldungen, Logos und Pressebilder zur Verfügung. Bei Fragen und Interviewwünschen freuen wir uns über Ihren Anruf oder Ihre Nachricht.

Meldungen

Pressemitteilung vom 3. März 2021

Karliczek: „Der Nationale Lesepakt wird helfen, dass alle Kinder Lesen lernen.“

Stiftung Lesen und Börsenverein des Deutschen Buchhandels starten Nationalen Lesepakt mit über 150 Partnern / Bundesweite Kampagne für mehr Bildungsgerechtigkeit / Bundesministerin Karliczek übernimmt Schirmherrschaft

Die Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken, das gesellschaftliche Engagement für das Lesen steigern und gute Angebote für all jene schaffen, die junge Menschen beim Lesenlernen unterstützen: Das sind die Ziele des Nationalen Lesepakts. Auf dem heutigen Nationalen Lese-Summit haben die Stiftung Lesen und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ihre gemeinsame Initiative erstmals präsentiert. Bei der digitalen Veranstaltung diskutierten Bundesbildungsministerin und Schirmherrin, Anja Karliczek, die Initiatoren sowie Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Bildung über die Notwendigkeit, Lesen und Vorlesen als zentrale Bildungszugänge stärker zu fördern. Der Nationale Lesepakt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt und von mehr als 150 Partnern aus allen Teilen der Gesellschaft mitgetragen.

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sagt: „Lesen bildet. Lesen öffnet Augen, Lesen öffnet auch Herzen. Damit schafft Lesen wichtige Voraussetzungen für Orientierung und Teilhabe in unserer Gesellschaft. Deshalb ist Lesen so wichtig. Darum ist es gut, dass es jetzt einen Nationalen Lesepakt gibt. Denn wir müssen sicherstellen, dass alle Kinder in der Grundschule gut und flüssig Lesen lernen. Die jüngsten Bildungsvergleichsstudien haben gezeigt, dass das bei zu vielen Kindern nicht gelingt. Deshalb hat Leseförderung auch in meinem Ministerium einen hohen Stellenwert. Ich nenne ein paar Beispiele: Über das Programm ‚Lesestart 1-2-3‘ lassen wir kostenlos Bücher junge Familien verteilen und motivieren die Eltern zum Vorlesen. Mit ‚Lesestart für Flüchtlingskinder‘ wenden wir uns ganz explizit an Familien, die neu in Deutschland sind. Wir fördern das Lesen digitaler Texte mit dem Mentor-Bundesverband – denn Lesen ist gleichzeitig der Schlüssel zur digitalen Welt. Und auch Erwachsene mit Lese-und Schreibproblemen wollen wir motivieren: In der ‚Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung‘ entwickeln wir passgenaue Bildungsangebote für Beschäftigte am Arbeitsplatz oder für Menschen in ihrer Alltagswelt.“

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, betont: „Ohne Lesen geht es nicht! Egal ob in der Schule, im Beruf oder in der Freizeit: Lesen ist die Grundlage, damit wir unseren Alltag meistern und gestalten. Doch über 3 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland werden nicht ausreichend beim Lesen unterstützt – mit weitreichenden Konsequenzen für ihr persönliches Leben. Das müssen wir ändern! Mit dem Nationalen Lesepakt haben wir eine nie dagewesene und zukunftsweisende Allianz aufgebaut, die antritt, um partnerschaftlich und mit neuen Ideen das Leben vieler junger Menschen zu verändern. Denn nur, wenn Vorlesen und Lesen in den Familien selbstverständlich ist und auch in Kitas und Schulen noch stärker gefördert wird, haben alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Bildungschancen.“

Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, erklärt: „Wir brauchen einen klaren Plan für die Leseförderung in Deutschland! Es gibt bereits viele gute Initiativen, auch Buchhandlungen und Verlage vermitteln engagiert Freude am Lesen. Noch immer fehlt allerdings ein übergreifender Ansatz, der bestehende Angebote zu einer wirksamen bundesweiten Strategie bündelt. Mit dem Nationalen Lesepakt wollen wir Aufmerksamkeit dafür schaffen, wie wichtig Lesekompetenz ist und dass dringender Handlungsbedarf besteht. Lesekompetenz ist nicht nur Voraussetzung für die persönliche Entwicklung jedes und jeder Einzelnen, sondern ebenso unabdingbar für das Gelingen unserer freien, demokratischen Gesellschaft. Unverzichtbar ist dabei die Unterstützung der Politik, um wirklich nachhaltige Lösungen zu erreichen.“

Kampagnenstart „Lesen – eine wahre Superkraft“

Eine öffentlichkeitswirksame Anzeigen- und Plakatkampagne wird den Nationalen Lesepakt flankieren. Die Motive haben die Initiatoren heute vorgestellt: Unter dem Motto „Lesen – eine wahre Superkraft“ möchten die Stiftung Lesen und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels dem Lesen größere Sichtbarkeit verleihen und die gesamte Gesellschaft mobilisieren. Denn alle Menschen und Institutionen in ganz Deutschland sind aufgefordert, die Partnerallianz zu unterstützen. Dabei sind Kooperationen mit Verbänden, Unternehmen, Stiftungen und der Politik ebenso gefragt wie Ideen aus dem Buchhandel und Bibliotheken, Kita- und Schulprojekte und ehrenamtliche Vorleseinitiativen.

 

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Pressemitteilung vom 7. September 2020

Stiftung Lesen mobilisiert breite Allianz für Nationalen Lesepakt

6,2 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und ihre Kinder beim Lesenlernen unterstützen / Zum Weltalphabetisierungstag ruft die Stiftung Lesen auf, sich dem Nationalen Lesepakt anzuschließen

6,2 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren können laut LEO-Grundbildungsstudie kaum oder überhaupt nicht lesen. Viele von ihnen haben Kinder, die sie auf Grund dieses Defizits wiederum nur schwer für das Lesen begeistern können. Die Folgen für die betroffenen Jungen und Mädchen sind gravierend: Sie erzielen später oftmals schlechtere Schulnoten und haben Schwierigkeiten lesen zu lernen sowie Zusammenhänge zu erkennen. Schon früh werden so Weichen gestellt, die sich mit fortschreitendem Alter immer weniger verändern lassen.

Nationaler Lesepakt: Ein politischer und gesellschaftlicher Aufbruch

Leseförderung ist daher wichtiger denn je – auch um der Weitergabe mangelnder Lesekompetenz an die nächste Generation vorzubeugen. Um die Lesemotivation und Lesekompetenz der Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern, hat die Stiftung Lesen im Herbst 2019 den Nationalen Lesepakt initiiert. Die stetig wachsende Allianz wird mitgetragen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und unterstützt von aktuell rund 200 Akteuren aus allen gesellschaftlichen Bereichen: Dazu zählen die Führungsebenen der Bundes- und Landesregierungen, Kommunen, Unternehmen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, Gewerkschaften, Interessensvertretungen von Eltern, pädagogische Fachkräfte, Bibliotheken, Verlage, Medienhäuser, Buchhandel, Kinderärzte, Sozialverbände und Kirchen. Mit einem Statement dokumentieren alle Partner ihre Zugehörigkeit zu der Initiative und ihr Engagement für die Leseförderung. Die öffentlichkeitswirksame Auftaktveranstaltung für den Nationalen Lesepakt ist im Frühjahr 2021 geplant: der Nationale Lese-Summit im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, sagt: „Unser Ziel ist es, den Wert des Lesens und die Bedeutung der Leseförderung nachhaltiger in der Gesellschaft zu verankern. Gemeinsam mit den Partnern wollen wir neue Kooperationen zugunsten der Leseförderung entwickeln und bestehende Netzwerke erweitern. Denn fest steht: Kinder und Jugendliche können ihr Bildungspotenzial nur dann ausschöpfen, wenn ihnen von Geburt an regelmäßig vorgelesen wird und sie beim Lesenlernen begleitet werden. Mit der Entwicklung eines Nationalen Leseplans wollen wir dafür die programmatische Basis schaffen. Jeder, der sich für die Leseförderung einsetzen möchte, ist willkommen, den Nationalen Lesepakt zu unterstützen.“

 

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Pressemitteilung vom 3. Dezember 2019

Börsenverein zur PISA-Studie 2018: „Es ist höchste Zeit für einen bundesweiten Lesepakt“

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels fordert zur Bekanntgabe der Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie erneut eine bundesweite Strategie zur Leseförderung.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels fordert zur Bekanntgabe der Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie erneut eine bundesweite Strategie zur Leseförderung. Die Ergebnisse der Studie offenbaren große Defizite bei den Lese- und Schreibkompetenzen deutscher Schülerinnen und Schülern.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels:
„Zum zweiten Mal haben wir es Schwarz auf Weiß – in Sachen Lesekompetenz gibt es in Deutschland immensen Nachholbedarf. Die Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie zeigen: Es steht höchst kritisch um die Lesekompetenz von Schülern in Deutschland. Gleichzeitig bestätigen die Resultate die dramatischen Ergebnisse der IGLU-Studie 2016, die zeigen, dass viele Kinder bereits in der Grundschule große Defizite im Textverständnis aufweisen. Ein Fünftel kann nicht sinnentnehmend lesen. Dies setzt sich PISA zufolge in späteren Jahren ihres Bildungswegs eins zu eins fort. Die Leistungsunterschiede zwischen den Schülern sind gravierend. Eine einheitliche bundesweite Strategie zur Leseförderung in Deutschland ist daher unabdingbar. Es ist höchste Zeit für einen Lesepakt, bei dem Politik, Bildungsinstitutionen sowie breite Teile der Zivilgesellschaft Hand in Hand arbeiten – eine Aufgabe, die wir maßgeblich mitgestalten wollen.“

Bereits im vergangenen Jahr hat der Börsenverein gemeinsam mit der Autorin Kirsten Boie und dem PEN-Zentrum Deutschland im Rahmen der „Hamburger Erklärung“ von der Politik ein entschiedenes Handeln in der Leseförderung gefordert. Über 119.000 Unterstützer haben die Petition seither unterzeichnet. Die Forderung basiert auf den Ergebnissen der IGLU-Studie 2016, die feststellte, dass knapp ein Fünftel der Zehnjährigen in Deutschland nicht so lesen kann, dass der Text dabei auch verstanden wird. Im Dezember 2018 hatten die Partner die Petition an die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek sowie den damaligen Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz Hartmut Holter übergeben.

„Seit der Übergabe der Hamburger Erklärung an die Vertreter der Politik ist nichts passiert. Wir können das Nichtstun von Seiten der Politik nicht hinnehmen: Mangelnde Lesekompetenz schmälert nicht nur die Chancen jedes einzelnen Schülers auf einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg und fördert soziale Ungleichheit, sie vermindert auch die Möglichkeit, an gesellschaftlichen Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozessen teilzuhaben. Mehr denn je braucht unsere Gesellschaft jetzt und in Zukunft mündige und informierte Menschen, die politische Themen einordnen und Demokratie mitgestalten können“, sagt Skipis.

 

Pressekontakt

Stiftung Lesen
Franziska Hedrich, Senior PR-Managerin
Kommunikation
Römerwall 40, 55131 Mainz
Tel.: 06131 / 2 88 90-28
E-Mail: franziska.hedrich(at)stiftunglesen.de

Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Thomas Koch, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecher
Braubachstraße 16, 60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 13 06 293
E-Mail: t.koch(at)boev.de